Project Description

Hotel Bürgenstock

5-Star Superior Hotel

Die Erwartung der Gäste

Der Besuch der Gäste hat lange vor der Anreise begonnen. Bereits vor dem Entschluss im Hotel Bürgenstock zu residieren, entwickelten sie  eine Vorstellung zum Aufenthalt. Es entstehen Bilder, Vorfreude und Erwartungen. Kopfkino…

Egal wie sich die Gäste Ihren Aufenthalt vorstellen, die Realität muss die Erwartung übertreffen. Alles andere wäre enttäuschend. Und die Erwartungen der Gäste liegen zu recht hoch.

Das Drama

Was hat ein Aufenthalt im 5-Sterne Hotel mit Theater und dem klassischen Drama gemein?

Der Aufenthalt im Hotel kann mit dem Plot eines Films oder der Handlung eines literarischen Werkes verglichen werden. Gleich wie im klassischen Drama, wird über die Dauer des Besuchs ein Spannungsbogen aufgebaut. Beginnend mit dem Einstieg, wird die Spannung bis zum Höhepunkt aufgebaut, dem danach folgenden Ausklingen und dem Wunsch, es möge niemals aufhören, wird, bis zur unausweichlichen Abreise Stück für Stück das Gesamterlebnis kreiert.

Die Rolle des Lichts

Was hat dies nun alles mit Licht zu tun?

Genauso wie im Theater oder im Film schafft das Licht in der Architektur eine visuelle und meist unterbewusst wahrgenommene Atmosphäre. Es unterstütz den Erlebnisstrang von der Anreise bis zur Abreise und hebt wichtige Augenblicke hervor, leitet und begleitet, mal stärker mal schwächer. Oder es bleibt ganz weg, absichtlich, nämlich dann, wenn die Sterne und der Nachthimmel im Mittelpunkt stehen.

Takeaways aus diesem Projekt

  • Welche Rolle Licht im Hotel spielt…

  • Wie man den Gast für sich gewinnt, der entscheidende Moment!

  • Licht im Restaurant – Warum auch die Küche inszeniert werden muss?

  • Wie entsteht Privatheit?

  • Wie die Aussicht ungestört bleibt und Reflexionen auf Fenstern verhindert.

Projektdetails

Bauherr: Qatara Hospitality
Architektur: Rüessli Architekten
Interior Designer: MKV Design, London
Fotografie: Paolo Carlini
Jahr:  2014-2018
Leistungen: Lichtplanung, Innenraum, Aussenraum, Fassaden
Kategorie: Hotel, Gastronomie, Kino
Fassadenbeleuchtung Bürgenstock

 Vorfreude

 I. Akt – Der Einstieg

Wie wir der Vorfreude den letzten Kick versetzen, bevor aus dem «Davor» Gegenwart und schliesslich Vergangenheit wird.

Ein wichtiges Element bei jeder Inszenierung ist die Steigerung der Vorfreude kurz vor Beginn des Erlebnisses. Die Gäste fahren über eine kurvige Bergstrasse zum Resort hinauf, plötzlich ist es da, man sieht den Gebäudekomplex und nähert sich diesem, die Spannung steigt, bis man schliesslich in der Einfahrt steht.

Beleuchtung des Vordachs und der Loggias
Fassadenbeleuchtung Bürgenstock

Die Fassade

Die Fassade ist für den ankommenden Gast ein zentrales Element. Die Erwartung des Gastes trifft das erste Mal auf die Realität, das ist ein hervorragender Moment den Kunden bereits für sich zu gewinnen. Die Fassade ist das Gesicht des Hauses und vermittelt den Status des Hotels in die Ferne. Nachts übernimmt die Fassadenbeleuchtung diese Funktion. Wichtig also, dass diese das Haus optimal repräsentiert und perfekt umgesetzt ist. Die Fassadenbeleuchtung am Hotel Bürgenstock besteht aus verschiedenen Elementen. Die drei Hauptelemente bilden «Krone», «Goldenes Band»  die Frontwand der Einfahrt und die «Loggias».

Der Empfang der Gäste

II. Akt – Auftakt

Lobby

Durch die Drehtür schreitend, steht man in der grossen Lobby. Im Hintergrund die hohe Lakeview Lounge, im Vordergrund das Cheminée. Hier findet der erste direkte Kontakt zwischen Hotel und Gast statt.

Die Lobby ist einer der wichtigsten Knotenpunkte im Resort. Tagesgäste vermischen sich in der Eingangshalle mit den ankommenden Hotelgästen des Bürgenstock- wie auch des Palace-Hotels. Tagsüber wird die Lichtatmosphäre durch das eintretende Tageslicht, von der Lakeview Bar & Lounge herkommend, bestimmt. Diese helle Stimmung wird mit Kunstlicht weitergetragen. Gegen Abend, mit Abnahme des Tageslichts, verlagert sich die Gewichtung des Lichts. Wir hierarchisierten den Raum in drei Stufen. Reception-Desks, Zentrum mit Cheminée sowie die Ein- und Ausgänge. Der Gast soll beim Eintreten sofort und intuitiv erkennen, wo er hinmöchte. Mit zunehmender Stunde wird der Hotelbetrieb ruhiger, ebenfalls zieht sich die Beleuchtung zurück. Das Cheminée im Zentrum, das Tag und Nacht mit Holz befeuert wird, tritt in den Vordergrund. Nur noch wenige Gäste checken an einem der Desks ein. Eine ruhige und private Atmosphäre legt sich über die Lobby. Die Stimmung gleicht sich der Lakeview Bar & Lounge an, alles wird stiller.

Hotel Lobby, Welcome Desk bei Nacht, Licht schafft orientierung
Lichtstimmung Hotellounge

Lakeview Bar & Lounge

Die Lakeview Bar & Lounge mit der spektakulären Aussicht auf Vierwaldstättersee und Rigi ist der Publikumsmagnet. Schon morgens ist die Lounge stark belebt, der Raum wird durch die sechs Meter hohen Panoramafenster mit Nordlicht geflutet.

Am Abend, mit dem Eindunkeln, beginnt sich die Atmosphäre im Raum langsam zu drehen. Präzise, engstrahlende Richtspots akzentuieren die Tische, nur ein feiner Schein von der schwach hinterleuchteten Decke balanciert die sonst starken Kontraste aus.

Dem Genuss verfallen

III. Akt – Der Höhepunkt
Das Lichtkonzept in der Showkitchen des Restaurant Spices

Showkitchen

Die panasiatische Küche des Restaurants «Spices», setzt auf extreme Frische. Vor den Augen der Gäste wird Fisch zu Sushi und Sashimi verarbeitet, Dumplings werden gedämpft, aus dem indischen Tandoor duftend heisse Naan-Brote gezogen. In der Thai-Küche wiegen sich Messer durch die gesättigten Farben der frischen roten Chillis, der grünen Baby-Auberginen und des Korianders. Die Gerichte werden mit zarten Blüten in passenden Farbtönen angerichtet und sofort serviert. Für die Gäste an der Dining-Bar ein faszinierender Anblick.

Gäste sitzen um eine runde Bar, das Lichtkonzept schafft ein nächtlches Abiente

Bar

Im hinteren Teil des Restaurants befinden sich Bar und Lounge. Die Gäste sitzen um eine runde Bar in deren Zentrum Champagner und Weissweine präsentiert werde. Kaltes Licht scheint durch den Berg von Eiswürfeln in dem die Weine liegen, warmes Licht von oben verstärkt die Goldtöne der Etiketten und der Weine.

Daneben werden passend zum Gastrokonzept auch Sake und ausgewählte Cocktails serviert.

Über dem Abgrund schwebend dinieren
Restaurant «Spices»

Der weit auskragende Gebäudeteil des Restaurant Spices scheint in den Himmel gebaut. In dieser einmaligen Umgebung gibt es neben der eigenen Begleitung, nur zwei Hauptakteure; die Aussicht und das Essen. Darauf haben wir unser Lichtkonzept für das Restaurant ausgerichtet. Nichts darf sich in der raumhohen Verglasung spiegeln. Die vertikalen Wandflächen, Säulen, etc. liegen im Schatten. Die dekorativen Leuchten strahlen indirekt und weich an die abgedunkelte Decke, zeichnen sanft den gedämpften Raum. Die Tischbereiche werden mit einer präzisen Beleuchtung aus der Dunkelheit herausgeschnitten. Eine äusserst private Atmosphäre etabliert sich an jedem Tisch. Speisen und Getränke werden inszeniert, Farben und Texturen der Speisen lebendig dargestellt, alles wirkt überwältigend frisch, plastisch und perfekt.

Weinkeller

Drei Weinkeller bieten insgesamt Platz für über 3000 Flaschen. Im Vordergrund steht der rundum verglaste Champagnerkeller. Die umlaufende Flaschenauslage präsentiert die edlen Weine wie Schmuckstücke. Die Beleuchtung konzentriert die Wahrnehmung auf die liegenden Flaschen und präsentiert diese in ihrer Perfektion.

Inszenierung des Weinkellers, Lichtkonzept

Nacht

IV. Akt – Das retardierende Element

Der Tag wendet sich dem Ende zu, alles wird ruhiger, das klassische Drama nimmt seinen Lauf…

Loggias

Fein glimmen die dunkeln Holzoberflächen der Loggias und erzeugen behagliche Schmuckschatullen. Die Aussicht Richtung Süden in die Alpen, die Sicht auf die Piazza, au der im Sommer Openair-Kinos und diverse andere Freilichtveranstaltungen sattfinden, wird nicht gestört. Die Hotelgäste können zurückgezogen dem ruhigen Schauspiel des Abendhimmels beiwohnen oder das Treiben auf der Piazza verfolgen.

Nachtstimmung Loggia Bürgenstock
Beleuchtung der Hotelfassade
Standard-Suite, Lichtstimmung Hotelzimmer

Suiten

Das Hotel Bürgenstock verfügt über 102 Suiten in unterschiedlichen Kategorien. Jede der Suiten, begonnen bei der Standard- bis zur Presidential Suite (1’000m2 Suite im obersten Geschoss) verfügen über geräumige Nassbereiche. Ebenfalls gehört ein Cheminée zur Grundausstattung. Der Gast hat so die Möglichkeit in der Badewanne liegend im Schein des Feuers in den Nachthimmel des Vierwaldstättersees zu blicken.

Spiegelbeleuchtung Bad Hotelzimmer

Der Wunsch, es möge niemals enden…

V. Akt – Das Ende
Leselicht und Aussicht vom Hotelzimmer

Zwischen der Lakeview Lounge und dem Ballroom liegt die Executive Lounge. Sie kann für geschlossene Gesellschaften gemietet werden. Der niedrige und gemütliche Raum bieten wiederum die einmalige Aussicht auf See und Berge.
Wie in allen Räumen mit raumhoher Verglasung wurde darauf geachtet keine Lichtspiegelungen durch Decke und Wände zu erzeugen.

Lichtstimmung beim Eindunkeln

Bay Windows

Jede der 102 Suiten verfügt über eine atemberaubende Sicht über den Vierwaldstättersee. Die auskragenden «Baywindows» sind als Sitznischen konzipiert und laden zum Verweilen ein. Ähnlich einer luxuriösen Koje, gemütlich am Fenster sitzend, geniesst der Gast die Lichter der fernen Stadt Luzern oder liest, umgeben von der Nacht, ein Buch.
Um diese private und ruhige Situation zu schaffen, arbeiteten wir mit kleinen in den Holzoberflächen eingelassenen, eng gerichteten Lichtquellen. Die Leuchten sind komplett entblendet, d.h. die Lichtpunkte sind weit in die Leuchte hineingesetzt, störende Spiegelungen der Lichtquellen im Fenster sind ausgeschlossen.

Unsichtbare Beleuchtung keine Reflexionen in den Fenstern

Die Erinnerung

Was bleibt das zählt

Sky-Boutique

Das Shopkonzept ist auf den Hotelgast und den Tagesbesucher ausgerichtet. Von historischen Plakaten und Postkarten über das elegante Foulard bis zur Dior Sonnenbrille oder dem Schweizer Taschenmesser, finden Wanderer und Hotelgäste eine breite Auswahl wertiger Mitbringsel.

Shopbeleuchtung
Shopbeleuchtung Skyboutique

Die Shopbeleuchtung setzt die Waren in ein attraktives Licht. Der hohe Anteil an Tageslicht schafft in Fensternähe hohe Beleuchtungsstärken. Um bei diesen Lichtverhältnissen, die ausgestellten Produkte trotzdem attraktiv erscheinen zu lassen, sind um so höhere Leuchtdichten auf den Produkten nötig.

Standseilbahn, Beleuchtete Plakate

Die Bürgenstockbahn

Das 1873 erbaute Hotel Bürgenstock konnte schon damals bequem per Schiff und Standseilbahn erreicht werden. Direkt von der Schiffanlegestelle „Kehrsiten“ fährt noch heute die nun renovierte Seilbahn hoch. In der Talstation wurde ein kleines Museum das die Geschichte der Bahn dokumentiert realisiert. Die Beleuchtung der Station sowie das Ausstellungslicht wurde ebenfalls durch uns konzipiert und umgesetzt.

Zugrad Standseilbahn

Hotel Bürgenstock

5-Star Superior Hotel

Die Erwartung der Gäste

Der Besuch der Gäste hat lange vor der Anreise begonnen. Bereits vor dem Entschluss im Hotel Bürgenstock zu residieren, entwickelten sie  eine Vorstellung zum Aufenthalt. Es entstehen Bilder, Vorfreude und Erwartungen. Kopfkino…

Egal wie sich die Gäste Ihren Aufenthalt vorstellen, die Realität muss die Erwartung übertreffen. Alles andere wäre enttäuschend. Und die Erwartungen der Gäste liegen zu recht hoch.

Das Drama

Was hat ein Aufenthalt im 5-Sterne Hotel mit Theater und dem klassischen Drama gemein?

Der Aufenthalt im Hotel kann mit dem Plot eines Films oder der Handlung eines literarischen Werkes verglichen werden. Gleich wie im klassischen Drama, wird über die Dauer des Besuchs ein Spannungsbogen aufgebaut. Beginnend mit dem Einstieg, wird die Spannung bis zum Höhepunkt aufgebaut, dem danach folgenden Ausklingen und dem Wunsch, es möge niemals aufhören, wird, bis zur unausweichlichen Abreise Stück für Stück das Gesamterlebnis kreiert.

Die Rolle des Lichts

Was hat dies nun alles mit Licht zu tun?

Genauso wie im Theater oder im Film schafft das Licht in der Architektur eine visuelle und meist unterbewusst wahrgenommene Atmosphäre. Es unterstütz den Erlebnisstrang von der Anreise bis zur Abreise und hebt wichtige Augenblicke hervor, leitet und begleitet, mal stärker mal schwächer. Oder es bleibt ganz weg, absichtlich, nämlich dann, wenn die Sterne und der Nachthimmel im Mittelpunkt stehen.

Fassadenbeleuchtung Bürgenstock

 Vorfreude

 I. Akt – Der Einstieg

Wie wir der Vorfreude den letzten Kick versetzen, bevor aus dem «Davor» Gegenwart und schliesslich Vergangenheit wird.

Ein wichtiges Element bei jeder Inszenierung ist die Steigerung der Vorfreude kurz vor Beginn des Erlebnisses. Die Gäste fahren über eine kurvige Bergstrasse zum Resort hinauf, plötzlich ist es da, man sieht den Gebäudekomplex und nähert sich diesem, die Spannung steigt, bis man schliesslich in der Einfahrt steht.

Fassadenbeleuchtung Bürgenstock

Die Fassade

Die Fassade ist für den ankommenden Gast ein zentrales Element. Die Erwartung des Gastes trifft das erste Mal auf die Realität, das ist ein hervorragender Moment den Kunden bereits für sich zu gewinnen. Die Fassade ist das Gesicht des Hauses und vermittelt den Status des Hotels in die Ferne. Nachts übernimmt die Fassadenbeleuchtung diese Funktion. Wichtig also, dass diese das Haus optimal repräsentiert und perfekt umgesetzt ist. Die Fassadenbeleuchtung am Hotel Bürgenstock besteht aus verschiedenen Elementen. Die drei Hauptelemente bilden «Krone», «Goldenes Band»  die Frontwand der Einfahrt und die «Loggias».

Der Empfang der Gäste

II. Akt – Auftakt

Lobby

Durch die Drehtür schreitend, steht man in der grossen Lobby. Im Hintergrund die hohe Lakeview Lounge, im Vordergrund das Cheminée. Hier findet der erste direkte Kontakt zwischen Hotel und Gast statt.

Die Lobby ist einer der wichtigsten Knotenpunkte im Resort. Tagesgäste vermischen sich in der Eingangshalle mit den ankommenden Hotelgästen des Bürgenstock- wie auch des Palace-Hotels. Tagsüber wird die Lichtatmosphäre durch das eintretende Tageslicht, von der Lakeview Bar & Lounge herkommend, bestimmt. Diese helle Stimmung wird mit Kunstlicht weitergetragen. Gegen Abend, mit Abnahme des Tageslichts, verlagert sich die Gewichtung des Lichts. Wir hierarchisierten den Raum in drei Stufen. Reception-Desks, Zentrum mit Cheminée sowie die Ein- und Ausgänge. Der Gast soll beim Eintreten sofort und intuitiv erkennen, wo er hinmöchte. Mit zunehmender Stunde wird der Hotelbetrieb ruhiger, ebenfalls zieht sich die Beleuchtung zurück. Das Cheminée im Zentrum, das Tag und Nacht mit Holz befeuert wird, tritt in den Vordergrund. Nur noch wenige Gäste checken an einem der Desks ein. Eine ruhige und private Atmosphäre legt sich über die Lobby. Die Stimmung gleicht sich der Lakeview Bar & Lounge an, alles wird stiller.

Hotel Lobby, Welcome Desk bei Nacht, Licht schafft orientierung

Lakeview Bar & Lounge

Die Lakeview Bar & Lounge mit der spektakulären Aussicht auf Vierwaldstättersee und Rigi ist der Publikumsmagnet. Schon morgens ist die Lounge stark belebt, der Raum wird durch die sechs Meter hohen Panoramafenster mit Nordlicht geflutet.

Am Abend, mit dem Eindunkeln, beginnt sich die Atmosphäre im Raum langsam zu drehen. Präzise, engstrahlende Richtspots akzentuieren die Tische, nur ein feiner Schein von der schwach hinterleuchteten Decke balanciert die sonst starken Kontraste aus.

Dem Genuss verfallen

III. Akt – Der Höhepunkt

Über dem Abgrund schwebend dinieren
Restaurant «Spices»

Der weit auskragende Gebäudeteil des Restaurant Spices scheint in den Himmel gebaut. In dieser einmaligen Umgebung gibt es neben der eigenen Begleitung, nur zwei Hauptakteure; die Aussicht und das Essen. Darauf haben wir unser Lichtkonzept für das Restaurant ausgerichtet. Nichts darf sich in der raumhohen Verglasung spiegeln. Die vertikalen Wandflächen, Säulen, etc. liegen im Schatten. Die dekorativen Leuchten strahlen indirekt und weich an die abgedunkelte Decke, zeichnen sanft den gedämpften Raum. Die Tischbereiche werden mit einer präzisen Beleuchtung aus der Dunkelheit herausgeschnitten. Eine äusserst private Atmosphäre etabliert sich an jedem Tisch. Speisen und Getränke werden inszeniert, Farben und Texturen der Speisen lebendig dargestellt, alles wirkt überwältigend frisch, plastisch und perfekt.

Weinkeller

Drei Weinkeller bieten insgesamt Platz für über 3000 Flaschen. Im Vordergrund steht der rundum verglaste Champagnerkeller. Die umlaufende Flaschenauslage präsentiert die edlen Weine wie Schmuckstücke. Die Beleuchtung konzentriert die Wahrnehmung auf die liegenden Flaschen und präsentiert diese in ihrer Perfektion.

Showkitchen

Die panasiatische Küche des Restaurants «Spices», setzt auf extreme Frische. Vor den Augen der Gäste wird Fisch zu Sushi und Sashimi verarbeitet, Dumplings werden gedämpft, aus dem indischen Tandoor duftend heisse Naan-Brote gezogen. In der Thai-Küche wiegen sich Messer durch die gesättigten Farben der frischen roten Chillis, der grünen Baby-Auberginen und des Korianders. Die Gerichte werden mit zarten Blüten in passenden Farbtönen angerichtet und sofort serviert. Für die Gäste an der Dining-Bar ein faszinierender Anblick.

Bar

Im hinteren Teil des Restaurants befinden sich Bar und Lounge. Die Gäste sitzen um eine runde Bar in deren Zentrum Champagner und Weissweine präsentiert werde. Kaltes Licht scheint durch den Berg von Eiswürfeln in dem die Weine liegen, warmes Licht von oben verstärkt die Goldtöne der Etiketten und der Weine.

Daneben werden passend zum Gastrokonzept auch Sake und ausgewählte Cocktails serviert.

Nacht

IV. Akt – Das retardierende Element

Der Tag wendet sich dem Ende zu, alles wird ruhiger, das klassische Drama nimmt seinen Lauf…

Loggias

Fein glimmen die dunkeln Holzoberflächen der Loggias und erzeugen behagliche Schmuckschatullen. Die Aussicht Richtung Süden in die Alpen, die Sicht auf die Piazza, au der im Sommer Openair-Kinos und diverse andere Freilichtveranstaltungen sattfinden, wird nicht gestört. Die Hotelgäste können zurückgezogen dem ruhigen Schauspiel des Abendhimmels beiwohnen oder das Treiben auf der Piazza verfolgen.

Suiten

Das Hotel Bürgenstock verfügt über 102 Suiten in unterschiedlichen Kategorien. Jede der Suiten, begonnen bei der Standard- bis zur Presidential Suite (1’000m2 Suite im obersten Geschoss) verfügen über geräumige Nassbereiche. Ebenfalls gehört ein Cheminée zur Grundausstattung. Der Gast hat so die Möglichkeit in der Badewanne liegend im Schein des Feuers in den Nachthimmel des Vierwaldstättersees zu blicken.

Der Wunsch, es möge niemals enden…

V. Akt – Das Ende

Bay Windows

Jede der 102 Suiten verfügt über eine atemberaubende Sicht über den Vierwaldstättersee. Die auskragenden «Baywindows» sind als Sitznischen konzipiert und laden zum Verweilen ein. Ähnlich einer luxuriösen Koje, gemütlich am Fenster sitzend, geniesst der Gast die Lichter der fernen Stadt Luzern oder liest, umgeben von der Nacht, ein Buch.
Um diese private und ruhige Situation zu schaffen, arbeiteten wir mit kleinen in den Holzoberflächen eingelassenen, eng gerichteten Lichtquellen. Die Leuchten sind komplett entblendet, d.h. die Lichtpunkte sind weit in die Leuchte hineingesetzt, störende Spiegelungen der Lichtquellen im Fenster sind ausgeschlossen.

Leselicht und Aussicht vom Hotelzimmer

Zwischen der Lakeview Lounge und dem Ballroom liegt die Executive Lounge. Sie kann für geschlossene Gesellschaften gemietet werden. Der niedrige und gemütliche Raum bieten wiederum die einmalige Aussicht auf See und Berge.
Wie in allen Räumen mit raumhoher Verglasung wurde darauf geachtet keine Lichtspiegelungen durch Decke und Wände zu erzeugen.

Die Erinnerung

Was bleibt das zählt

Sky-Boutique

Das Shopkonzept ist auf den Hotelgast und den Tagesbesucher ausgerichtet. Von historischen Plakaten und Postkarten über das elegante Foulard bis zur Dior Sonnenbrille oder dem Schweizer Taschenmesser, finden Wanderer und Hotelgäste eine breite Auswahl wertiger Mitbringsel.

Die Shopbeleuchtung setzt die Waren in ein attraktives Licht. Der hohe Anteil an Tageslicht schafft in Fensternähe hohe Beleuchtungsstärken. Um bei diesen Lichtverhältnissen, die ausgestellten Produkte trotzdem attraktiv erscheinen zu lassen, sind um so höhere Leuchtdichten auf den Produkten nötig.

Die Bürgenstockbahn

Das 1873 erbaute Hotel Bürgenstock konnte schon damals bequem per Schiff und Standseilbahn erreicht werden. Direkt von der Schiffanlegestelle „Kehrsiten“ fährt noch heute die nun renovierte Seilbahn hoch. In der Talstation wurde ein kleines Museum das die Geschichte der Bahn dokumentiert realisiert. Die Beleuchtung der Station sowie das Ausstellungslicht wurde ebenfalls durch uns konzipiert und umgesetzt.

Standseilbahn, Beleuchtete Plakate
Zugrad Standseilbahn

Takeaways aus diesem Projekt

  • Welche Rolle Licht im Hotel spielt…

  • Wie man den Gast für sich gewinnt, der entscheidende Moment!

  • Licht im Restaurant – Warum auch die Küche inszeniert werden muss?

  • Wie entsteht Privatheit?

  • Wie die Aussicht ungestört bleibt und Reflexionen auf Fenstern verhindert.

Projektdetails

Bauherr: Qatara Hospitality
Architektur: Rüessli Architekten
Interior Designer: MKV Design, London
Fotografie: Paolo Carlini
Jahr:  2014-2018
Leistungen: Lichtplanung, Innenraum, Aussenraum, Fassaden
Kategorie: Hotel, Gastronomie, Kino